ESPHome mmWave Präsenzerkennung im Treppenhaus: Praxisguide

· von Maya Kapoor · 4 Min. Lesezeit

ESPHome mmWave Präsenzerkennung im Treppenhaus: Praxisguide

Treppenhaus-Präsenzerkennung mit ESPHome und mmWave: Der Praxis-Guide

Kaum ein Ort stellt Präsenzsensoren vor so harte Prüfungen wie ein Treppenhaus. Enge Durchgänge, mehrere Etagen übereinander, Menschen, die mal im Eiltempo hochrennen und mal minutenlang auf einer Stufe stehen bleiben, um zu telefonieren, dazu oft miserables Licht. Mit ESPHome und mmWave-Sensoren wie dem LD2410 oder LD2450 bekommt man hier eine raumgenaue Erkennung hin, die klassischen PIR-Meldern in fast jeder Disziplin überlegen ist. In diesem Guide bauen wir eine fortgeschrittene Treppenhaus-Lösung auf, mit Zonenkonfiguration, Richtungserkennung und den Stolperfallen, über die garantiert jeder irgendwann stolpert.

Warum mmWave statt PIR im Treppenhaus?

PIR-Sensoren erkennen Wärmebewegung. Klingt simpel, funktioniert im Treppenhaus aber nur bedingt. Die Schwachstellen kennt jeder, der schon mal fluchend im Dunkeln stand:

mmWave-Module wie der LD2410 arbeiten anders: Sie messen Entfernung und Bewegungsenergie per Radarwellen und erkennen auch ruhende Personen zuverlässig, selbst wenn sich seit zehn Sekunden niemand mehr bewegt hat. Der LD2450 legt noch eine Schippe drauf: Er liefert bis zu drei Zielkoordinaten (X/Y) gleichzeitig, perfekt, um festzustellen, ob jemand gerade hoch- oder runtergeht.

Grundaufbau: Hardware und ESPHome-Firmware

Benötigte Komponenten:

ESPHome-Konfiguration (Kernausschnitt für LD2410):

uart: id: uart_bus tx_pin: GPIO21 rx_pin: GPIO20 baud_rate: 256000

ld2410: uart_id: uart_bus

binary_sensor:

sensor:

Ein Punkt, den man nicht überspringen sollte: Die Gain-Einstellung, also die Empfindlichkeit, muss pro Zone manuell kalibriert werden. Jede Treppenstufe reflektiert die Radarwellen anders, und ohne Feintuning bekommt man entweder Geisteraktivierungen oder gar keine Erkennung.

Raumgenaue Zonenerkennung mit LD2450

Für mehrstöckige Treppenhäuser lohnt sich der Griff zum LD2450, weil er bis zu drei Zonen parallel tracken kann:

  1. Zone definieren über den ESPHome-Service ld2450.zone_config
  2. Jede Zone bekommt eigene X/Y-Koordinaten, passend zu den jeweiligen Treppenabsätzen
  3. Home Assistant erhält pro Zone eine separate binary_sensor-Entität

Damit lässt sich einiges anstellen:

Richtungserkennung: Zwei-Sensor-Setup

Ein einzelner Sensor erkennt zwar Präsenz, aber keine verlässliche Richtung über mehrere Stockwerke hinweg. Dafür braucht es die bewährte Zwei-Sensor-Methode:

automation:

Löst zuerst der untere Sensor aus und erst danach der obere, geht die Person nach oben. Simpel, aber zuverlässig, wenn die Zeitstempel sauber erfasst werden.

Fehlalarme vermeiden

Die typischen Ursachen tauchen fast immer in derselben Reihenfolge auf, und mit ein bisschen Erfahrung lassen sie sich gezielt beheben:

Praxistipp: Energieeffiziente Treppenbeleuchtung

Kombiniere die Präsenzdaten mit einem Helligkeitssensor, sodass die Treppenbeleuchtung nur bei Dunkelheit anspringt. Klingt banal, spart aber über die Zeit erstaunlich viele Schaltzyklen und verlängert die Lebensdauer der LED-Streifen spürbar, besonders wenn das Treppenhaus tagsüber ohnehin genug Licht durch Fenster bekommt.

Fazit

ESPHome zusammen mit mmWave-Sensoren wie LD2410 oder LD2450 macht raumgenaue, richtungssensitive Präsenzerkennung im Treppenhaus erstmals wirklich praxistauglich. Mit sauberer Zonenkonfiguration, kalibrierter Empfindlichkeit und einer durchdachten Zwei-Sensor-Logik lassen sich zuverlässige, schnell reagierende Automatisierungen bauen, ganz ohne die typischen Schwächen klassischer PIR-Melder.

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