Smarte Rollos bei Sonnenaufgang & -untergang steuern – ohne IFTTT
Sonnenaufgang und Sonnenuntergang als Trigger für smarte Rollos: So klappt’s ohne IFTTT
Deine smarten Rollos sollen morgens von selbst hochfahren, sobald es hell wird, und abends runter, kaum dass die Sonne weg ist. Ganz ohne IFTTT, ganz ohne Umwege über fremde Server. Das geht mit den Bordmitteln von Apple HomeKit, Amazon Alexa, Google Home und Home Assistant erstaunlich unkompliziert. In diesem Artikel gehen wir Schritt für Schritt durch, wie du Sonnenauf- und -untergang als Auslöser einrichtest, welche Plattform zu deinem Zuhause passt und wo die typischen Stolperfallen liegen.
Warum Sonnenauf- und -untergang als Trigger nutzen?
Feste Uhrzeiten klingen erstmal praktisch, haben aber einen Haken: Die Sonnenzeiten wandern im Jahresverlauf um mehrere Stunden. Eine Automatisierung, die im Juni um 21:30 Uhr die Rollos schließt, fährt sie im Dezember mitten am Nachmittag runter, wenn draußen längst Dunkelheit herrscht. Umgekehrt öffnet eine fest programmierte 7-Uhr-Automatisierung im Winter die Rollos, wenn es draußen noch stockdunkel ist, während sie im Sommer schon zwei Stunden nach Sonnenaufgang greift.
Sonnenabhängige Trigger lösen genau dieses Problem, ganz automatisch:
- Energie sparen: Rollos schließen, bevor die Wohnung nachts auskühlt oder die Mittagssonne den Raum aufheizt. Gerade bei Südfenstern macht das im Sommer spürbar was aus.
- Natürliches Aufwachen: Morgens kommen die Rollos bei Tageslicht hoch, ganz ohne Wecker und ohne das Gefühl, aus dem Bett gerissen zu werden.
- Sonnenschutz: Fenster mit Südausrichtung werden rechtzeitig beschattet, bevor die Sonne direkt reinbrennt.
- Anwesenheit simulieren: Im Urlaub wirkt das Haus bewohnt, ganz ohne starre Uhrzeiten, die nach zwei Wochen auffällig regelmäßig wirken.
Warum auf IFTTT verzichten?
IFTTT war jahrelang der Standardweg, um Geräte unterschiedlicher Hersteller miteinander sprechen zu lassen. Für Sonnen-Trigger ist es heute aber selten noch die beste Wahl:
- Kostenpflichtige Limits: In der Gratis-Version sind nur eine Handvoll Applets erlaubt, meist reicht das nicht mal für ein Zimmer mit mehreren Rollos.
- Cloud-Latenz: Befehle laufen über fremde Server, und das merkt man. Manchmal vergehen mehrere Sekunden, bis das Rollo tatsächlich reagiert.
- Datenschutz: Jede noch so kleine Aktion, „Rollo im Wohnzimmer schließen”, wird über Drittserver abgewickelt und dort protokolliert.
- Ausfallrisiko: Fällt der IFTTT-Dienst aus (und das kommt vor), bleiben die Rollos einfach stehen, egal was die Sonne gerade macht.
Die nativen Automatisierungen der großen Plattformen sind in der Regel schneller, zuverlässiger, und bei Home Assistant laufen sie sogar komplett lokal im eigenen Netzwerk, ganz ohne Cloud-Umweg.
Variante 1: Apple HomeKit – Automatisierung in der Home-App
Nutzt du iPhone, iPad oder Mac, ist HomeKit vermutlich der schnellste Einstieg. Eine Voraussetzung gibt es allerdings: Du brauchst einen Home Hub, also HomePod, HomePod mini oder Apple TV, damit die Automatisierung auch dann läuft, wenn gerade niemand zu Hause ist.
So richtest du es ein:
- Öffne die Home-App und tippe oben auf + → Automatisierung hinzufügen.
- Wähle Eine Tageszeit.
- Wähle Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang und stelle bei Bedarf einen Versatz ein, etwa „30 Minuten vor Sonnenuntergang”.
- Wähle das Rollo aus und lege die Aktion fest: öffnen, schließen oder auf 50 % fahren.
- Bestätigen, fertig.
Ein Beispiel aus der Praxis: Fürs Schlafzimmer legst du zwei Automatisierungen an. Die Rollos öffnen 15 Minuten nach Sonnenaufgang, schließen 45 Minuten vor Sonnenuntergang. Über die Option „Personen: Wenn niemand zu Hause ist” lässt sich zusätzlich eine Anwesenheitssimulation aktivieren, praktisch für den Urlaub, ohne dass du dafür eine zweite Automatisierung bauen musst.
Variante 2: Amazon Alexa – Routinen mit Sonnenstand
Auch Alexa kann’s, allerdings über den Umweg von Routinen statt klassischer Automatisierungen. In der Alexa-App legst du unter Mehr → Routinen eine neue Routine an, wählst als Auslöser „Zeitplan” und darin „Sonnenaufgang” oder „Sonnenuntergang” mit optionalem Zeitversatz. Als Aktion hängst du dann dein smartes Rollo dran, sofern es Alexa-kompatibel ist (etwa über eine Skill von Somfy, IKEA oder Aqara). Der Unterschied zu HomeKit: Alexa braucht keinen extra Hub, ein Echo-Lautsprecher reicht als Steuerzentrale.